In der gemeinsamen Ausstellung von Martha Frieda Friedel und Lutz Kirchner begegnen sich zwei künstlerische Positionen, die sich an der Schnittstelle von Porträt, Skulptur und Landschaft bewegen. Aus unterschiedlichen medialen Perspektiven untersuchen beide Künstler:innen, wie sich die menschliche Präsenz in Formen und Materialien einschreibt und wie Objekte zu Trägern von Erinnerung, Erfahrung und Identität werden.
Martha Frieda Friedel widmet sich in ihrer Arbeit „Basin“ dem Ursprung des Portraits in der Skulptur. Indem sie plastische Büsten fotografisch in variierenden Ansichten nachstellt, richtet sie den Blick auf die Beziehung zwischen Porträt und dreidimensionaler Form und untersucht dabei die facettenreiche Physiognomie unterschiedlicher Menschen.
Gleichzeitig erweitert sie ihre visuelle Forschung auf Architektur und Landschaften, auf Faltungen, Schichtungen und eigenwillige Konstellationen aus menschlichem Eingriff und natürlichen Prozessen. Ihre Fotografien entstehen häufig auf Reisen und verbinden die Begegnung mit unbekannten Orten und Menschen zu einem vielschichtigen Bild von Identität und Wahrnehmung.
Auch Lutz Kirchners Steinkoffer handeln von menschlicher Präsenz, jedoch über ihre Abwesenheit. Mit wenigen Eingriffen verwandelt Kirchner die Steine in Koffer und eröffnet damit einen Assoziationsraum, der an persönliche Biografien, Aufbruch und Ankunft denken lässt. Sie erzählen von Reisen ins Unbekannte, von Sehnsucht nach Rückkehr, aber auch von Flucht und Migration. Im Ausstellungsraum werden die Steinkoffer zu Orten des Verweilens und der Begegnung.
Zur Kasseler Museumsnacht sind Martha Frieda Friedel und Lutz Kirchner im Ausstellungsraum anwesend und geben in einem Gespräch mit Kurator Jonas Leichsenring Einblicke in ihr Schaffen.